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Materia medica · Nr. 354

Aceticum acidum

Acet-ac.

In 728 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Aceticum acidum, die Essigsäure, wird in der Materia medica bei Zuständen tiefer Blutarmut und Auszehrung beschrieben, in denen Wachsblässe, brennender Durst und reichlicher Schweiß zusammentreffen. Kennzeichnend ist der Gegensatz von unstillbarem Durst und wässriger Aufschwemmung des Gewebes: Der Kranke trinkt viel, scheidet reichlich Harn aus und magert dennoch ab. Das Gesicht ist wachsbleich, die Lippen sind bläulich.

Konstitution

KörperbauBlass, mager, mit wachsartiger, durchscheinender Haut; das Gesicht wirkt gedunsen und zugleich abgezehrt. Beschrieben werden besonders blutarme, bleiche Menschen und stillende Frauen, deren Kräfte erschöpft sind.
Thermalitätfrostig
TemperamentEin ausgearbeitetes Temperamentsbild liegt nicht vor. Die Rubriken verzeichnen ärgerliche Träume mit angestrengtem Ringen. Beschrieben wird eine reizbare, sorgenvolle Verfassung bei großer körperlicher Schwäche; der Kranke ist zu erschöpft für lebhafte Gemütsäußerungen.

Gemütsbild

Ärgerliche Träume, in denen der Träumende sich vergeblich anstrengtReizbarkeit bei tiefer körperlicher ErschöpfungSorgenvolle VerstimmungEmpfindlichkeit gegen nervöse Erschütterung

Die vorliegenden Rubriken enthalten nur wenige Gemütszeichen; im hohen Grad verzeichnet sind ärgerliche Träume, in denen sich der Träumende abmüht und nicht vorankommt. Ebenfalls im hohen Grad steht die Verschlimmerung durch nervöse Erschütterung, also durch Schreck und plötzliche seelische Belastung. Die klassische Materia medica beschreibt einen Kranken, der vor Schwäche mürrisch und sorgenvoll wird, sich um seinen Zustand ängstigt und zugleich zu erschöpft ist, um sich damit auseinanderzusetzen. Ein eigenständiges chronisches Gemütsbild mit ausgeformten seelischen Themen wird in der Literatur nicht gezeichnet; das Mittel ist vorwiegend über den körperlichen Zerfallszustand bestimmt.

Ängste: Besorgnis um den eigenen, sichtbar schwindenden Zustand, Erschrecken bei plötzlicher nervöser Belastung

Leitsymptome

Brennender, extremer Durst — im höchsten Grad verzeichnet und ein Leitzeichen; der Kranke trinkt große Mengen
Reichlicher Schweiß, im höchsten Grad aufgeführt; der Schweiß ist kalt, es besteht allgemeine Schweißneigung
Reichliche, vermehrte Harnmenge, im höchsten Grad verzeichnet
Blutarmut und Blässe mit wachsartiger Haut, im höchsten Grad aufgeführt; Abmagerung und Schwäche bis zur Entnervung
Bläuliche Verfärbung des Gesichts und besonders der Lippen, im höchsten Grad verzeichnet
Wassereinlagerung in den äußeren Körperteilen; blasse, trockene Schleimhäute
Trockenheitsgefühl in den Gelenken, im höchsten Grad aufgeführt; Kaubewegungen
Zerschlagenheitsschmerz äußerlich; Wachstumsschmerzen; Abscheu vor dem Waschen
Beschwerden stillender Frauen, im hohen Grad verzeichnet; verdorbene Milch, wunde Brustwarzen
Brennendes Aufstoßen; Entzündung im Bauch; Milzbeteiligung
Blutungen aus der Brust; beginnender Lungenschwund; Entzündung der Bronchien und der Herzinnenhaut
Muttermale und Hühneraugen; Frösteln mit Durst
Verschlechterung
  • Nervöse Erschütterung und Schreck — im höchsten Grad verzeichnet
  • Kälte
  • Nach dem Stillen und bei Säfteverlusten
  • Waschen und Berührung mit Wasser
  • Bewegung, wegen der Schwäche
Verbesserung
  • Ruhe im Liegen
  • Wärme
  • Frische Luft für die Atmung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Unstillbarer, brennender Durst auf große Mengen — im höchsten Grad verzeichnet
  • In der Materia medica wird Verlangen nach Saurem und nach kalten Getränken genannt
Abneigung
  • Abscheu vor dem Waschen, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
  • Bezogen auf Speisen in der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien im höchsten Grad bei extremem, brennendem Durst aufgeführtIn Repertorien im höchsten Grad bei reichlichem Schweiß und vermehrter Harnmenge verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Blutarmut mit wachsbleicher Haut und AbmagerungBei Wassereinlagerung im Gewebe in der Materia medica genanntBei Beschwerden stillender Frauen und veränderter Milch aufgeführtBei bläulicher Verfärbung von Lippen und Gesicht bei großer Schwäche beschrieben

Abgrenzung

China officinalis teilt die Schwäche nach Säfteverlusten mit Blässe und Schweiß, zeigt dort jedoch die Berührungsempfindlichkeit, das Blähungsleiden und die periodische Wiederkehr. Arsenicum album verbindet Blässe, Erschöpfung und Durst, trinkt aber schluckweise und ist von Unruhe und Angst getrieben, während Aceticum acidum große Mengen auf einmal trinkt. Phosphorus zeigt ebenfalls Durst auf kalte Getränke bei Blutarmut, mit deutlich lebhafterem Gemüt und Verlangen nach Zuwendung. Für Aceticum acidum sprechen die Verbindung von Wachsblässe, unstillbarem Durst, reichlichem Harn und Schweiß bei fortschreitender Auszehrung.

Verwandte Mittel

China officinalisArsenicum albumPhosphorusFerrum metallicumNatrium muriaticumApis mellifica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.