Absinthium, der Wermut, ist in der Materia medica über das Bild der Absinth-Vergiftung erschlossen. Im Mittelpunkt stehen Zittern, Zuckungen und krampfartige Zustände bis hin zu Anfällen, die im Gesicht beginnen und von Grimassieren begleitet werden. Dazu kommen Schwindel mit Fallneigung nach hinten, Gedächtnisverlust und ein aufgeregtes, überschießendes Vorstellungsleben.
Konstitution
Gemütsbild
Überspannte, gesteigerte Einbildungen und VorstellungenMisstrauen gegenüber der UmgebungVerlust des Gedächtnisses, besonders für kurz ZurückliegendesNeigung, fremde Dinge an sich zu nehmenBenommenheit bis zur Bewusstlosigkeit im Anfall
Das Gemütsbild schwankt zwischen Erregung und Stumpfheit. Die Repertorien führen die Steigerung der Einbildungskraft und das Misstrauen auf; im Kapitel Verstand stehen Delirium, Gedächtnisverlust, Schwachsinn und Bewusstlosigkeit. Die klassische Materia medica beschreibt schreckhafte Vorstellungen und Sinnestäuschungen, wie sie beim chronischen Absinthgenuss auftreten, verbunden mit dem Verlust der Erinnerung an das unmittelbar Vorangegangene. Verzeichnet ist außerdem die Neigung, Dinge an sich zu nehmen. Nach dem Anfall bleiben Verwirrung, Benommenheit und eine deutliche Verlangsamung zurück.
Ängste: Schreckhafte Vorstellungen und Sinnestäuschungen im erregten Zustand, Misstrauen gegenüber der Umgebung
Leitsymptome
- Nach fieberhaften Zuständen
- Morgens
- Aufregung und Erschütterung
- Im Anfall selbst und in der Zeit unmittelbar danach
- Ruhe und ungestörte Umgebung
- Flaches Liegen mit tiefem Kopf
- Nach ausreichendem Schlaf
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei krampfartigen und anfallsartigen Zuständen aufgeführt, auch im höheren LebensalterKlassisch zugeordnet zu Zittern und Zuckungen der MuskulaturBei Schwindel mit Fallneigung nach hinten verzeichnetBei Gedächtnisverlust und Verwirrung nach Erregungszuständen genanntBei Beschwerden im Gefolge fieberhafter Erkrankungen aufgeführtBei Beklemmung und Herzklopfen in Verbindung mit nervöser Übererregung beschrieben
Abgrenzung
Cicuta virosa teilt die Krampfanfälle mit Rückwärtsbeugung, zeigt jedoch stärker die eigentümliche Verdrehung des Kopfes und ein kindliches, entfremdetes Gemüt. Artemisia vulgaris steht botanisch nahe und ist bei Anfällen mit Auslösung durch Schreck verzeichnet, ohne das ausgeprägte Zittern. Hyoscyamus zeigt Erregung, Zuckungen und Misstrauen, dabei aber Enthemmung und Geschwätzigkeit statt der Absinthium-typischen Benommenheit. Für Absinthium spricht die Verbindung von Zittern, Gesichtszuckungen, Fallschwindel nach hinten und Gedächtnisverlust.
Verwandte Mittel
Cicuta virosaArtemisia vulgarisHyoscyamus nigerCuprum metallicumNux vomicaOenanthe crocata
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.