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Materia medica · Nr. 346

Abrus precatorius

Abr.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Abrus precatorius, die Paternostererbse oder Jequirity, ist eine tropische Schlingpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler, deren rot-schwarze Samen stark giftig sind. In der Heilkunde des 19. Jahrhunderts wurde ein Aufguss der Samen bei körnigen Lidveränderungen verwendet, weil er eine kräftige Entzündungsreaktion der Bindehaut hervorruft. Genau dort liegt der Schwerpunkt des homöopathischen Bildes: körnige Lider und Bindehautentzündung, daneben Geschwüre und wuchernde Veränderungen der Haut.

Konstitution

KörperbauKein eigener Körpertyp beschrieben. Die Quellen ordnen das Mittel über den Augen- und Hautbefund ein, nicht über eine Konstitution.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Die Datenbasis verzeichnet keine Gemütsrubriken. Eine breite Arzneimittelprüfung fehlt; das Bild stammt aus der beobachteten Wirkung der Samen und aus klinischen Berichten.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertHerkunft aus der Anwendung bei körnigen LidveränderungenEinordnung erfolgt über den Augen- und Hautbefund

Für Abrus precatorius sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Mittel ist ein Beispiel für eine Arznei, die vollständig über ihre örtliche Wirkung in die Materia medica gelangt ist: Der Samenaufguss erzeugt eine heftige Entzündung der Bindehaut, und eben diese Reaktion wurde bei körnigen Lidveränderungen genutzt. Ein seelisches Bild ist daraus nicht abzuleiten und in der Literatur nicht näher beschrieben. Die Samen selbst sind stark giftig; die homöopathische Anwendung setzt eine fachgerechte Zubereitung voraus.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Körnige Veränderungen der Lidbindehaut (granulierte Lider) - der tragende Zug des Mittels
Entzündung der Augenbindehaut mit Rötung, Schwellung und reichlicher Absonderung
Geschwüre der Haut mit schlechter Heilungstendenz
Wuchernde, zerfallende Hautveränderungen, in den Quellen als Lupus geführt
Bezug zu oberflächlichen Hautwucherungen, in der älteren Literatur unter Epitheliom geführt
Insgesamt ein Bild kräftiger örtlicher Entzündungsreaktion
Verschlechterung
  • Licht und Reibung bei der Augenbeteiligung
  • Berührung der geschwürigen Stellen
Verbesserung
  • Kühle Umschläge und abgedunkelter Raum
  • Weitere gesicherte Modalitäten sind nicht überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Körnige Veränderungen der LidbindehautHartnäckige BindehautentzündungGeschwüre der Haut mit schlechter HeilungstendenzWuchernde Hautveränderungen

Abgrenzung

Bei körnigen Lidveränderungen führen die Repertorien vorrangig Argentum nitricum mit seiner reichlichen, eitrigen Absonderung, Graphites bei rissigen, verkrusteten Lidrändern sowie Thuja occidentalis bei warzigen Wucherungen. Abrus precatorius unterscheidet sich von diesen durch die sehr enge Bindung an den granulierten Lidbefund und den historischen Ursprung als örtlich angewandtes Reizmittel. Bei geschwürigen und wuchernden Hautveränderungen stehen Hydrastis canadensis, Kalium bichromicum und Arsenicum album im Vordergrund. Veränderungen dieser Art gehören in jedem Fall in ärztliche Abklärung.

Verwandte Mittel

Argentum nitricumGraphitesThuja occidentalisHydrastis canadensisArsenicum album

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.