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Materia medica · Nr. 1

Abies canadensis

Abies-c.

In 234 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Abies canadensis, die Kanadische Hemlocktanne, ist ein Magen- und Verdauungsmittel mit einem sehr charakteristischen Appetitbild: nagender Heißhunger mit Verlangen nach groben, schwer verdaulichen und ungewöhnlichen Speisen, dazu ein Klumpengefühl in der Magengrube und ein Gefühl von Schwäche und Leere dort. Kennzeichnend ist außerdem eine umschriebene Kälte zwischen den Schulterblättern, als liefe kaltes Wasser den Rücken hinunter.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden meist geschwächte, herabgekommene Menschen mit schlaffer Gewebespannung und Neigung zur Abmagerung, bei denen die Verdauung trotz starken Appetits nicht mehr trägt.
Thermalitätfrostig
TemperamentVerdrießlich und leicht gereizt, mit einer unterschwelligen Unzufriedenheit. Das Repertorium führt vor allem Missmut und Ärgerlichkeit. Bezeichnend ist der Wunsch, sich hinzulegen - die Kraft reicht nicht, um über den Tag zu kommen, ohne dass ein klarer Anlass für die Erschöpfung erkennbar wäre.

Gemütsbild

Verdrießlichkeit und MissmutErschöpfung mit dem Wunsch, sich hinzulegenUnzufriedenheit ohne fassbaren AnlassAbneigung gegen Waschen

Das Gemütsbild von Abies canadensis ist knapp, aber in einem Zug deutlich: Verdrießlichkeit. Betroffene wirken unzufrieden und leicht reizbar, ohne dass sich ein bestimmtes Thema herausschält. Dazu passt eine allgemeine Kraftlosigkeit, die den Wunsch nach Ruhe und Liegen weckt. Als Eigentümlichkeit verzeichnet das Repertorium eine Abneigung gegen das Waschen. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel überwiegend körperlich; es ist ein Verdauungsmittel und kein durchgezeichnetes Gemütsmittel. Wer es erwägt, geht in der Regel vom Appetit- und Magenbild aus, das ungewöhnlich prägnant ist.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Nagender, starker Hunger - die höchstbewertete Angabe des Mittels, oft mit Neigung, sich zu überessen
Verlangen nach unverdaulichen Dingen, nach Rohem und nach eingelegtem Fleisch
Gefühl eines Klumpens oder Balls in der Magengrube; daneben Schlaffheits- und Leeregefühl dort
Herzklopfen nach dem Essen
Umschriebene Kälte zwischen den Schulterblättern, Frösteln, das den Rücken auf und ab läuft; Gefühl, als flösse Eiswasser durch die Adern
Schmerz unter dem rechten Schulterblatt; schmerzloser Durchfall und Hämorrhoiden
Verschlechterung
  • Nach dem Essen, besonders nach zu reichlicher Mahlzeit
  • Kälte und Zugluft im Rücken
Verbesserung
  • Liegen, auch auf der schmerzhaften Seite
  • Wärme und Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Grobe, schwer verdauliche Speisen
  • Eingelegtes Fleisch und Rohkost
  • Kalte Speisen und kalte Getränke
  • Vielerlei, ohne genau sagen zu können, worauf
Abneigung
  • Keine ausgeprägte Speiseabneigung überliefert
  • Abneigung gegen Waschen

In Repertorien häufig zugeordnet

Verdauungsstörungen mit Heißhunger und VöllegefühlKlumpengefühl in der MagengrubeHerzklopfen nach dem EssenSchmerzloser DurchfallKältegefühl im Rücken zwischen den SchulterblätternErschöpfungszustände mit Abmagerung

Abgrenzung

Abies nigra, die Schwarzfichte, ist die nächste Verwandte und teilt das Klumpengefühl im Magen; dort wird es klassisch als hartgekochtes Ei beschrieben und tritt vor allem nach dem Essen auf, während bei Abies canadensis der nagende Hunger und das Verlangen nach grober Kost im Vordergrund stehen. China officinalis zeigt ebenfalls Schwäche mit Blähung, jedoch nach Säfteverlusten. Sepia teilt das Leeregefühl in der Magengrube und die Senkungsbeschwerden, ist aber durch das kennzeichnende Gemütsbild und die Besserung durch heftige Bewegung unterschieden.

Verwandte Mittel

Abies nigraSepiaChina officinalisLycopodium clavatumNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.